Diplomarbeit

Erfahrungen von Frauen mit Menstruationsbeschwerden, die an einem besonderen Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen teilgenommen haben.

Inhaltsverzeichnis

B. Aufbau und Durchführung der Untersuchung

I. Allgemeiner Überblick

Ich suchte über eine Anzeige in "Oxmox" und "Szene", zwei Hamburger Kulturzeitschriften für junge Leute, Frauen mit Menstruationsbeschwerden. Auf eine Anzeige in der Frauenzeitschrift "Brigitte" meldete sich eine Frau.

Anzeigentext

Psychologiestudentin sucht für Diplomarbeit Frauen, Alter
unbedeutend, mit Menstruationsbeschwerden, die Erfahrungen
mit Orientalischem Tanz machen möchten. Freue mich über
jeden mutigen Anruf! Mehr unter Tel. 46 51 60; Di 9-12
Uhr, anette

Diese Anzeige erschien in den Zeitschriften:

  • Oxmox, Böckmannstr. 5, 2000 Hamburg 1, Tel. 24 16 17
  • Szene, Hallerstr. 72, 2000 Hamburg 13 Tel. 45 15 61

Ich erwartete, daß die Stichprobe nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ist, weil sich der Leserkreis dieser Zeitschriften auf Schüler und Studenten begrenzt. Ich vermutete eher Menschen anzusprechen, die bereits in anderen Kursen über Körpertraining und Tanz Erfahrungen gesammelt hatten. Ich befürchtete, daß die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper in vorausgegangenen Seminaren als eine unkontrollierbare Größe in die Untersuchung einfließt.

Ich hatte jedoch Schwierigkeiten, eine Gruppe von Frauen zu finden, die sich zeitlich auf das Bewegungsprogramm einrichten konnten. Für eine Hausfrau und Mutter und eine berufstätige Frau bedeutet es ein Opfer, regelmäßig über einen längeren Zeitraum einen Abend oder sogar einen Sonnabend für sich freizuhalten.

Ich hielt mit den Frauen telefonische Rücksprache. Ich erklärte ihnen, daß es sich bei den Kursen um eine Studie handelt, daß ich ihnen keine Verminderung ihrer körperlichen Beschwerden zusichern kann. Ich informierte sie, daß es zu diesem Projekt keine Voruntersuchungen und Ergebnisse gibt.

Im Frühjahr meldeten sich 24 Frauen. Diese Frauen sollten als Kontrollgruppe zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit haben, das Bewegungsprogramm kennen zulernen.

Im Herbst annoncierte ich für die Teilnehmerinnen des Bewegungsprogrammes. Es meldeten sich 20 Frauen.

Die Frauen wurden zu einem unverbindlichen Vorgespräch eingeladen:

Liebe <Name>

Inzwischen haben sich doch eine ganze Menge Frauen
bei mir gemeldet, die an meiner Arbeit interessiert sind.

Jetzt ist es mir wichtig, Euch alle einmal zu einem Vor-
grspräch einzuladen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich
Euch dann auch die beiden Frauen vorstellen, die mit mir
zusammen diese Arbeit durchführen werden.

Dieses Vorgespräch möchten wir dazu nutzen, daß sich alle
einmal sehen. Wir werden uns einander vorstellen und Euch
in Ruhe erzählen, was uns an dieser Arbeit wichtig ist.
Ihr habe die Möglichkeit, uns zu fragen oder auch Eure
Ideen zu diesem Thema einzubringen.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird die Organisation der
fünf Sonnabende sein. Wir möchten dabei auf Eure zeit-
liche und finanzielle Situation Rücksicht nehmen.

Dieses Vorgespräch ist unverbindlich, es soll Euch ge-
nauer informieren. Ihr könnte in Ruhe entscheiden, ob ihr
an einer späteren Gruppe teinlnehmen möchtet. Dieses
Treffen hilft Euch vielleicht bei der Entscheidung!

Zeit:

Ort: Psychotherapeutische Beratungsstelle, Erikastr. 87,
     2000 Hamburg 20
     
Zu erreichen: Busverbindungen zum Eppendorfer Marktplatz
              U-Bahn, U 1, Lattenkamp, % Min. Fußweg von
              der Station

Wir würden uns freuen, wenn Du es für Dich einrichten
Kannst, an diesem Treffen teilzunehmen.


                              Mit freundlichem Gruß

Die Kontrollgruppe

Am Vorgespräch nahmen 20 Frauen teil. Den Frauen wurde ein Termin im Herbst 1983 angeboten, um das Bewegungsprogramm kennen zulernen. Im Anschluß an das Gespräch befragten wir die Frauen, ob sie bereit seien, das Fragebogenmaterial auszufüllen. Ich erhielt 18 vollständig beantwortete Fragebögen. Im Nachtest waren es 16.

Die Experimentalgruppe

Das Vorgespräch fand im Oktober 1983 statt. Die Gruppensitzungen sollten im Januar/Februar 1984 an fünf aufeinander folgenden Sonnabenden stattfinden. Die endgültige Anmeldung sollte innerhalb einer Woche telefonisch erfolgen. Die Teilnehmerinnen wurden über den Ablauf der fünf Sonnabende und zweckmäßige Kleidung informiert. Sie wurden gebeten, die Fragebögen zur ersten Sitzung ausgefüllt mitzubringen, falls sie sich zu einer Teilnahme entschließen sollten. Die Fragebögen zum Nachtest sollten im Anschluß an die fünfte Sitzung beantwortet werden. Am Vorgespräch nahmen 18 Frauen teil, 14 Frauen meldeten sich verbindlich.

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