Diplomarbeit

Erfahrungen von Frauen mit Menstruationsbeschwerden, die an einem besonderen Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen teilgenommen haben.

Inhaltsverzeichnis

1.1 Veränderungen in den Beeinträchtigungen "Lokale Verspannungen" "Psychosomasche Beschwerden" "Verstimmungsstörungen" in Experimental- und Kontrollgruppe

Im Nachtest gaben die Frauen auf einer 5stufigen Skala im Beeinträchtigungsbogen "nachher" an, inwieweit sie ihre im Vortest genannten Beschwerden als verändert erlebten.

Ich möchte die Darstellung auf die drei durch die Menstruation belasteten Bereiche begrenzen, in denen die Frauen die größte Anzahl ihrer Schwierigkeiten nannten. Ich vermute, daß der Leidensdruck einer Frau um so größer ist, je stärker sie sich in einem bestimmten Bereich belastet fühlt. Ich sehe einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß, in dem sich eine Frau belastet fühlt, und der Anzahl Schwierigkeiten, die sie angibt.

Die Frauen der Experimentalgruppe gaben in den Bereichen "Lokale Verspannungen", "Psychosomatische Beschwerden", "Verstimmungstörungen" 44 Schwierigkeiten an, die Frauen der Kontrollgruppe 52 (Experimental-Gruppe N: 14, Kontroll-Gruppe N= 16).

Tabelle 9: Veränderungen in den Beeinträchtigungen "Lokale Verspannungen", "Psychosomatische Beschwerden", "Verstimmungsstärungen" in der Gesamt-Stichprobe nach einer Selbsteinschätzung durch die Frauen

Beeinträchtigter Bereich   ++ + o - --
Lokale Verspannungen Anzahl % % % % %
Experimental-Gruppe 21 19 38 24 14 5
Kontroll-Gruppe 24 13 37 42 8 -
Psychosomatische Beschwerden Anzahl % % % % %
Experimental-Gruppe 9 11 22 56 - 11
Kontroll-Gruppe 16 - 38 50 13 -
Verstimmungsstörungen Anzahl % % % % %
Experimental-Gruppe 14 14 14 71 - -
Kontroll-Gruppe 12 - 42 42 17 -
Gesamtzahl in den Bereichen Anzahl % % % % %
Experimentalgruppe 44 16 27 45 7 5
Kontrollgruppe 52 6 38 44 12 -

Erläuterungen:

++ "stark verbessert"
+ "leicht verbessert"
o "unverändert"
- "leicht verschlechtert"
- - "stark verschlechtert"

Ergebnisse:

  • Insgesamt haben sich bei den Teilnehmerinnen in den drei Bereichen 43 % der genannten Schwierigkeiten verbessert, 57 % der Schwierigkeiten sind unverändert bzw. nicht verbessert.
  • Bei den Frauen, die nicht teilnahmen, haben sich 44 % der genannten Schwierigkeiten verbessert, 56 % der Beschwerden sind unverändert bzw. verschlechtert.
  • Die meisten Verbesserungen erlebten die Teilnehmerinnen im Bereich "Lokale Verspannungen". Allerdings werden 19 % der Beeinträchtigungen als verschlechtert erlebt. Ich interpretiere diese Zahlen so:
    1. Das Bewegungsprogramm kann möglicherweise Frauen mit Menstruationsbeschwerden helfen, sich körperlich zu entspannen.
    2. Es ist möglich, daß eine Frau zu Beginn durch die Bewegungen ihre Verspannungen noch stärker wahrnimmt und eine Verschlechterung ihrer körperlichen Beschwerden erlebt.
  • Die Teilnehmerinnen erleben 71 % ihrer "Verstimmungsstörungen" als unverändert.

Ich glaube, daß wir in der kurzen Zeit von fünf aufeinanderfolgenden Sonnabenden keine über lange Zeit aufgebauten Depressionen und Ängste der Frauen aufarbeiten konnten.

Schlußfolgerung

Meine Hypothese 1 findet sich nicht bestätigt. Die Teilnehmerinnen erlebten keine größere Verminderung ihrer individuellen körperlichen Beschwerden als die Frauen, die nicht teilnahmen.

Auf einen ausführlichen Vergleich von Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich ihrer allgemeinen seelischen Beeinträchtigungen und ihrer Veränderung möchte ich verzichten. Auch in diesem Bereich widerlegen die Ergebnisse meine Hypothese 2. Die Frauen der Experimentalgruppe erlebten keine größere Verminderung ihrer allgemeinen seelischen Schwierigkeiten als die Frauen der Kontrollgruppe.

Ich möchte auf eine Darstellung der Ergebnisse verzichten.

Die Auswertung des Testmaterials soll durch folgende Fragestellung bestimmt sein:

Kann ich einer Frau mit Menstruationsbeschwerden eine Teilnahme an dem vorgestellten Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen empfehlen, um ihre individuellen körperlichen Beschwerden zu vermindern?

1.2 Schwierigkeiten körperlicher und seelischer Art. die sich während der Gruppe einstellten

49% der Teilnehmerinnen gaben zusätzliche Schwierigkeiten an. Durchschnittlich wurden zwei weiitere Beeinträchtigungen genannt. Bei 79% aller genannten Beeinträchtigungen handelt es sich um seelische Schwierigkeiten. Ich interpretiere diese Entwicklung jedoch nicht im Sinne einer Verschlechterung.

In den Gruppengesprächen haben wir die Teilnehmerinnen direkt ermutigt, vermehrt in sich hineinzuhorchen, ihre Wünsche und Bedürfnisse intensiv wahrzunehmen und diese offen mitzuteilen. Die Tatsache, daß die Hälfte der Frauen neue Schwierigkeiten erlebt, deute ich als Folge einer stärkeren Selbstauseinandersetzung und einer wachsenden Bereitschaft, sich auch bedrohlichen Gedanken und Gefühlen zu stellen. Ich sehe in diesem Ergebnis einen positiven Anstoß, den wir den Frauen durch die Gespräche geben konnten.

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