Diplomarbeit
Erfahrungen von Frauen mit Menstruationsbeschwerden, die an einem besonderen Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen teilgenommen haben.
Ergebnisse dieser Untersuchung
Die Ergebnisse aus den verwendeten Fragebögen sind statistisch nicht signifikant. Die Verminderung ihrer individuellen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen bei der Menstruation sowie ihrer allgemein seelischen Schwierigkeiten war bei den Teilnehmerinnen nicht größer als bei den Frauen, die nicht am Bewegungsprogramm teilgenommen haben. Bei den Teilnehmerinnen zeigte sich keine bedeutsame Zunahme der positiven Selbstkommunikation, keine bedeutsame Aufgabe von Fassaden und vermehrte Offenheit in der Wahrnehmung, im Umgang und Ausdruck von Gefühlen. Die Selbstachtung und Annahme des eigenen Körpers sowie eine positive Veränderung in Richtung Gelassenheit, Ruhe und Selbstsicherheit nahmen nicht bedeutsam zu.
Mögliche Tendenzen die sich aus den Gesprächen ablesen lassen:
- Die Teilnehmerinnen, die zur Zeit der Gruppensitzungen ihre Menstruation hatten, gaben eine Verminderung ihrer Schmerzen im Beckenbereich durch die Körperübungen an.
- Die Bewegungen können Frauen mit Bereichen in Kontakt bringen, die ihnen peinlich sind oder Angst machen.
- Durch die Gespräche fühlten sich die Freuen ermutigt, auch bedrohliche Gefühle wahrzunehmen und mitzuteilen.
Im Bezug auf die Ergebnisse sind folgende Schwierigkeiten bei der Durchführung der Untersuchung zu berücksichtigen:
- Die Anzahl der befragten Frauen ist zu gering, um prognostische Aussagen abzuleiten.
- Der Untersuchungszeitraum war zu begrenzt, um deutliche und längeranhaltende Veränderungen bei den Teilnehmerinnen zu bewirken. Die Gruppe konnte eine Hilfe sein, psychische Schwierigkeiten erst einmal aufzudecken und zu erkennen.
Für die therapeutische Praxis lassen sich anhand der Erebnisse und der Erfahrungen in der Gruppe folgende Rückschlüsse ziehen:
In den Gesprächen im Anschluss an das Bewegungsprogramm setzten sich die Teilnehmerinnen intensiv mit ihren individuellen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen bei der Menstruation auseinander.
- Der Rahmen einer "personenzentrierten Gesprächsgruppe" gibt Frauen die Möglichkeit, den Zusammenhang zwischen ihren individuellen körperlichen Beschwerden und ihrer psychischen Befindlichkeit zu erkennen. Die Erfahrung, in der Gruppe die eigenen Schwierigkeiten bei den anderen wiederzufinden, kann sie ermutigen, ihre Schwächen anzunehmen. Gespräche über persönliche Empfindungen, Ängste und Hemmungen bei der Menstruation können eine Hilfe sein, den eigenen Zyklus positiver zu erleben.
- Durch die Bewegungen wurde die Wahrnehmung der Frauen für die eigenen körperlichen Grenzen sensibilisiert. Für einen Menschen, der allgemein Schwierigkeiten hat, sich anzunehmen, ist diese Erfahrung zunächst negativ.
- Die Körperübungen konzentrierten sich zu stark auf Bereich, in dem sich die Frauen beeinträchtigt Es wäre sinnvoller gewesen, die Frauen an eine Entspannung ihres gesamten Körpers oder von Bereichen, die sie als wenig verspannt erlebten, heranzuführen.
- Die Erfahrung mit den Körperübungen, die einem gesunden Menschen helfen kann, seine körperliche und seelische Befindlichkeit zu verbessern, kann für einen Menschen, der sich beeinträchtigt erlebt, unangenehm sein.
- Für das Bewegungsprogramm konnte in dieser Untersuchung nicht nachgewiesen werden, dass es die therapeutische Hilfe bedeutsam unterstützt. Es stellt ein Angebot dar, sich gegenüber unserer Kultur fremden Bewegungen zu öffnen und zu spüren, wie diese neuen Bewegungen körperlich und seelisch empfunden werden.
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