Diplomarbeit
Erfahrungen von Frauen mit Menstruationsbeschwerden, die an einem besonderen Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen teilgenommen haben.
2. Erläuterung des Bewegungsprogrammes
a) Kulturhistorischer Hintergrund
Das in dieser Untersuchung vorgestellte Bewegungsprogramm setzt sich zusammen aus Elementen des Orientalischen Tanzes, arabisch "rags scharki". Das Wort "Bauchtanz" ist eine Erfindung des Okzidents. Es entstand während der Weltausstellung in Chicago, als dort die ersten Tänzerinnen aus Agypten und Syrien auftraten. Sie rollten während des Tanzens ihren (mit einem Trikot) bedeckten Bauch und so nannten ihn die sexfixierten Viktorianer "
Dieser wohl älteste Tanz stammt aus Ägypten und Palästina. Auf über 3.000 Jahre alten ägyptischen Sandsteinreliefs, z.B. in Sakkara (in der Nähe von Kairo), sind typische Figuren des Orientalischen Tanzes dargestellt. In diesen Kulturen wurde die Sonne als lebensspendendes Gestirn verehrt. Leben trägt und gebiert auch der Leib, Mitte des Menschen und irdische Entsprechung der Sonne.
In manchen arabischen Bergregionen ist der Orientalische Tanz noch heute Bestandteil eines Geburtsrituals. Die Frauen des Dorfes versammeln sich in der Geburtsstunde um die Schwangere und helfen ihr beim Gebären, indem sie ihr Becken gemeinsam rhythmisch und wellenförmig bewegen. Die Gebärende bewegt sich z.T. sogar selbst mit.
Im Orient beginnen die Mädchen bereits im Alter von 4-5 Jahren zu tanzen. Sie übernehmen die Tanzfiguren von ihren Müttern, Großmüttern und Tanten. Im Orient ist Tanzen ein Ausdruck von Leben, einen ebenso hohen Stellenwert hat die Musik.
Durch die Verbreitung des Harems unter osmanischer Herrschaft und in der darauffolgenden europäischen Kolonialzeit verlor der Tanz seine ursprüngliche Bedeutung. Er wurde zum Schautanz und zum
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