Diplomarbeit

Erfahrungen von Frauen mit Menstruationsbeschwerden, die an einem besonderen Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen teilgenommen haben.

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2. Gruppensitzung vom 14.01.1984

Frau P. zu ihrem Bild: "Das sind die Dinge, die mich im Moment beschäftigen, meine Familie. Es ist sehr schwierig für mich, aber ich dachte mir, ich gehe auf jeden Fall hin. So mache ich es immer, wenn viele Leute da sind, weil ich das sonst mies finde. Ich dachte nur erst, ich schaffe es nicht, ich komme da gar nicht los. Aber das ging heute ganz toll, weil ich es auch so schön anstrengend fand.

Bei der Entspannungsübung kamen meine Probleme wieder hoch, aber wenn ich mich dann wieder angestrengt habe, konnte ich sie gut wegschieben. Ich habe zur Zeit keinen Raum für mich, ich werde zu Hause ständig beansprucht. Heute nachmittag hatte ich das Gefühl, daß ich etwas für mich ganz alleine tue, das mit meiner Familie nichts zu tun hat, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben."

Frau P.: "Das Tanzen hat mir Spaß gemacht, weil ich es schön anstrengend fand. Außerdem hatte ich kleine Erfolgserlebnisse. In meinem Bauch spürte ich ein angenehm warmes Gefühl. Ich bin sehr gespannt, weil ich in der nächsten Woche meine Regel bekomme. Mir geht es jetzt gut, ich habe häufig eine Woche vorher Beschwerden, Bauch- und Rückenschmerzen. Das Bein, das ich nicht ausgemalt habe, konnte schon beinahe richtig tanzen, das sehe ich nicht mehr so verschwommen."

Frau P.: "Mein Mann findet es ganz gut, daß ich etwas für mich mache. Das ist so ein Stück aus der Verantwortung entlassen, wenn du etwas tust, das dir gut tut, brauche ich ja nichts zu machen. Er fühlt sich dadurch entlastet, wirklich interessiert ist er nicht."

Frau P. über die Beziehung zu ihrem Mann: "Obwohl ich sonst ein starkes Mitteilungsbedürfnis habe, ist das jetzt für mich nicht vorrangig, weil ich ja hier die Gruppe habe, in der ich über mich sprechen kann. Ich bin jetzt 21 Jahre verheiratet, da habe ich gelernt, mit bestimmten Umständen zu leben. Mich belastet weniger, daß ich bei meinem Mann für Dinge, die ich für wichtig halte, kein Interesse finde. Mich belastet, daß mein Mann nicht reden kann, daß er sich mir nicht mitteilt. Ich habe inzwischen ein ziemliches Einfühlungsvermögen entwickelt über die Dinge, die meinen Mann beschäftigen, aber ich kann eigentlich nur raten. Es kommt vor, daß ich erst Jahre später erfahre, wo ich etwas falsch gemacht habe. Das macht mich traurig. (Anmerkung: Die Stimme von Frau P. klingt bedrückt, aber auch etwas aggressiv. Sie wirkt sehr verletzt. ) Ich denke, dadurch geht ihm auch was flöten. Ich habe gelernt, damit mehr oder weniger umzugehen."

Frau P. über die anstehende Trennung: "Ich habe das Gefühl, mich in den letzten zwei Monaten von meinem Mann abgenabelt zu haben. Ich bin sehr froh, daß diese Gruppe jetzt angefangen hat. Wenn ich seelische Belastungen habe, ist es für mich unheimlich schlimm, wenn ich alleine bin. Oder wenn sich dann Leute nur noch um mich kümmern. Ich brauche dann andere Menschen, die auch ihre Probleme haben. Dann kann ich meine eigenen Schwierigkeiten besser bewältigen. Zuerst dachte ich, "naja dieser Pippifax wird mir auch nicht helfen", als ich die Anzeige las. Ich hatte ein starkes Interesse, mehr über meine Menstruationsbeschwerden zu erfahren. Ich möchte mich selbst aber nicht im Vordergrund sehen. Anderen zuzuhören hilft mir, meine Erfahrungen neu zu betrachten. Bei Entscheidungen finde ich es schon wichtig, sich im Vordergrund zu sehen, aber in Lebensphasen, in denen man gezwungen ist, eher passiv abzuwarten, finde ich es sehr wichtig, andere Menschen zu hören. Es gibt mir Kraft. Dann kann ich mir eher mal sagen, "nun komm, nimm, deinen eigenen Krempel mal nicht so ernst", ich will nichts wegschieben. Ich möchte mich nur davor schützen, mich zu sehr in meine eigenen Phantasien zu verstricken."

Frau P. über die Entspannungsübung: "Ich möchte nicht das Gefühl haben, für den anderen eine Belastung zu sein. So ging es mir, als ich daran dachte, daß du jetzt meine Beine hochstemmen darfst. Ich dachte daran, was sie wiegen und konnte mich nicht entspannen. Ich habe gemerkt, daß ich meine Beine angehoben habe, ich konnte sie nicht schwer werden lassen."

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