Diplomarbeit

Erfahrungen von Frauen mit Menstruationsbeschwerden, die an einem besonderen Bewegungsprogramm verbunden mit Gesprächen teilgenommen haben.

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2. Erfahrungsprotokolle über die fünf Gruppensitzungen

Ich möchte gerne drei Frauen mit ihren individuellen Erfahrungen vorstellen. Die Protokolle beinhalten Angaben zum sozialen Kontext. Die individuellen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen bei der Menstruation und die allgemein seelischen Schwierigkeiten der Frauen werden kurz genannt. Des weiteren wird das Ausmaß angegeben, in dem sich die Frauen belastet fühlen. Die biologischen Daten ihrer Menses werden angeführt.

Die Ausschnitte aus den Tonbandaufzeichnungen über die fünf Gruppensitzungen sollen verdeutlichen, daß jede Frau an ihrem individuellen Punkt der Auseinandersetzung mit ihrem Monatszyklus steht. Jede Frau hat eine persönliche Lerngeschichte, die mit ihrer Menstruation verbunden ist.

Die Erfahrungen, die sie mit den Körperübungen macht, werden z.T. durch diese Lerngeschichte bestimmt.

Für Frau H. gewinnt der eigene Körper an Bedeutung. Wie viel weiß ich über meinen Körper, wie intensiv nehme ich ihn im Alltag wahr, wie gehe ich mit seinen Bedürfnissen um?

Für Frau P. war die Gruppe sehr hilfreich, da sie sich zur Zeit des Kurses in der Trennungsphase von ihrem Mann befand. Die Körperübungen halfen ihr, negative Erfahrungen mit anderen sportlichen Aktivitäten und ihre darauf aufgebauten persönlichen Leistungsängste zu überdenken und abzubauen.

Frau L. wurde in der Gruppe sehr stark mit ihren Ängsten und Unzulänglichkeiten konfrontiert. Offensichtlich ist Frau L. nicht in Kontakt mit ihrem Fühlen, weil es zu schmerzhaft für sie ist. Möglicherweise ist der direkte Kontakt mit dem eigenen Körper durch die Übungen zu stark für sie. Der Zeitraum ist für sie zu kurz, um genügend Vertrauen zu entwickeln, sich in der Gruppe zu öffnen.

Die Gesprächsausschnitte zeigen, daß sie eher ungeduldig ist über ein Auseinanderfallen der Ansprüche, die sie an ihre Person stellt, und dem, was sie aktiv für sich tun kann.

Bei der Diskussion um Erfolg bzw. Mißerfolg in der therapeutischen Arbeit muß meiner Meinung nach die individuelle Ausgangssituation berücksichtigt werden. Das Erfahrungsprotokoll von Frau L. zeigt, wieviel es für einen Menschen bereits bedeuten kann, wenn er über sich sagt, "ich wollte überhaupt einmal aufmerksamer auf mich werden". Dieser Mensch ist erst am Anfang eines langen und möglicherweise schmerzhaften Weges.

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